So können kleine Betriebe Azubis finden

So können kleine Betriebe Azubis finden

Mit praktischen Tipps für lippische Mittelständler (v.l.n.r.): Thorsten Brinkmann, Christoph Kraus, Heike Kreienmeier, Dirk Menzel & Prof. Dr. Dietmar Heisler

Nachhaltige Erfolgsfaktoren für die Azubi-Gewinnung / Erfolgreiche Veranstaltung für lippischen Mittelstand am 07.11.19 von ALEXA und Schu.B

Für immer mehr Unternehmen in Lippe wird es zur echten Herausforderung: Passende Jugendliche zu finden und für eine Ausbildung zu gewinnen!

Wie aber können sich kleine und mittlere Unternehmen im Wettbewerb mit größeren Unternehmen und Hochschulen, die mit trendigen Berufsbildern und vielfältigen Studienangeboten locken, durchsetzen?

Diese zentrale Fragestellung konnten vier Experten aus Wissenschaft und Praxis beantworten, die vom Ausbildungsprojekt ALEXA und der Koordinierungsstelle Schule-Beruf (Schu.B) am 07. November 2019 zur Veranstaltung „ALEXA, wie finde ich Auszubildende?“ ins gastgebende Blomberger Unternehmen Kraus GmbH Elektromotoren eingeladen wurden.

Rund 30 Vertreterinnen und Vertretern lippischer mittelständischer Unternehmen folgten den Ausführungen zu den Erfolgsfaktoren, wie auch kleine Mittelständler Azubis für das eigene Unternehmen begeistern und für die Ausbildung gewinnen können.

Praxis-Tipps im Fokus

Der Ideen-Abend für praktisch umsetzbare Ausbildungs-Erfolge wurde von Heike Kreienmeier vom Projekt ALEXA, die durch die Veranstaltung führte und dem Gastgeber Christoph Kraus eröffnet. „Wir bilden seit vielen Jahren selbst aus und haben so die höchst qualifizierten Facharbeiter, menschlich und fachlich passgenau zum Unternehmen“, so Kraus.

Einen kritischen Blick auf den aktuellen Ausbildungsmarkt warf Prof. Dr. Dietmar Heisler, Berufspädagoge an der Universität Paderborn, der eine angespannte Versorgungslage, mit Bewerberrückgang und Anstieg der Stellenangebote beobachtet, wobei die Zahl der unversorgten Bewerber und die Zahl der unbesetzten Lehrstellen steigt. „Insbesondere Jugendliche aus dem klassischen Bewerbermilieu sind an der dualen Ausbildung interessiert, sie bewerben sich aber nicht“, so „braucht es ein Überangebot an attraktiven Ausbildungsplätzen, um Jugendliche ausreichend zu versorgen und eine freie Berufswahl zu ermöglichen.“ Für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Lippe positiv: „Zentrale Einflussfaktoren für die Berufswahl sind und bleiben die Nähe zum Heimatort, der Verdienst und die Betriebsgröße“, ergänzt Heisler.

Einen kompakten Überblick auf Schu.B-Unternehmensangebote an der Schnittstelle Schule-Beruf gab Dirk Menzel, Leiter der Koordinierungsstelle Schu.B bei der Lippe Bildung eG. „Nutzen Sie Kontakte zu Schulen und Lehrern und bieten Sie Schülern und Schülerinnen möglichst viele Möglichkeiten, Praktika zu machen!“, riet er den Unternehmensvertretern.

Thorsten Brinkmann vom Projekt ALEXA der GILDE Wirtschaftsförderung Detmold hatte eine Reihe smart umsetzbarer Praxis-Tipps für das Azubimarketing parat: „Orientieren Sie sich an den Erwartungen der Generation Z und kommunizieren Sie dementsprechend mit direkter Sprache, vielen Bildern und Videos.“ Zudem empfahl Brinkmann den Betrieben, sämtliche Kommunikations-Kanäle und -Anlässe für ihr Azubimarketing zu nutzen, wie etwa auch bei Rechnungen oder Angeboten an ihre Kunden.

Praktisch anwendbar für lippische Unternehmen

Fragen und Wortbeiträge des Publikums wurden in der von Heike Kreienmeier moderierten Diskussionsrunde mit dem Gastgeber und den Referenten debattiert. Auf die Frage, wie Auszubildende denn noch gefunden werden können, antwortete Christoph Kraus: „Wir finden Interessenten vermehrt bei Formaten wie der Ausbildungsmesse und den Azubi-Speed-Datings im lippischen Südosten. Ein anschließendes Praktikum klärt für beide Seiten die Frage, ob‘s passt“.

Raum für weitergehende Gespräche bot sich beim Get-Together im Anschluss an die Veranstaltung.

Simon Gröger

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